Es kann nichts passieren

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Westendorf, Tirol. 2012

Ich fiel sechzig Meter in eine Schlucht und es fühlte sich an, als würde mein Herz stehen bleiben. Der Atem stockte und das Gehirn sendete die tiefe Erkenntnis in den Rest meines Körpers, dass der eine, ultimative Augenblick gekommen ist: der Moment des Todes.

Im Nu wurde ich aufgefangen. Ich hing an einem sicheren Seil, das wir von Bungee-Sprüngen kennen. Es ließ mich über den breiten Gebirgsfluss schwingen, von dem mein Gehirn vor Sekunden glaubte, ich würde in dessen ungebändigte Wellen knallen.

In diesem Moment wurde mir klar, dass nichts passieren kann. Ich bin sicher. Es ist nur das Gehirn, das mich immer auszutricksen versucht, immer überdramatisiert. Es ist ein geiles Gefühl, zu wissen, dass ich davon nicht sterbe, und weiterleben werde. Wenn ich meiner in mir wohnenden Sicherheit vertraue, kann nichts schief gehen. Denn das Leben meint es gut mit mir. Ich kann vertrauen und ich darf vertrauen.

Jene Erfahrung des auf blitzschnellen Schritten sich ankündigenden Todes hatte ich vor drei Jahren. Die gewonnene Erkenntnis verfestigte sich in den Jahren danach, das ist gewiss. Denn ich steckte in der Folge in einer ähnlichen Lebenssituation. Der Unterschied war: Der Tod war auf leisen Pfoten, langsam, ohne großes Tam-Tam, frei von Zweifel auf dem direkten Weg zu mir.

Mir war bald klar, ich bin sicher, es kann nichts passieren. Vorerst. Es war die Ruhe vor dem Sturm. Denn würde ich nicht gegensteuern, wäre der Tod vorprogrammiert. Ich erinnerte mich, dass das Leben es mit mir gut meint. Es fiel mir aber schwer, angesichts des erwartbaren Endes daran zu glauben, die Überzeugung zu empfinden. Vermochte ich meinem Glauben, meiner Intuition, meiner Sicherheit folgen? Darauf vertrauen?

Ich verstehe, es braucht Mut und eine positive Einstellung zum Leben. Ich bin dankbar über den damaligen Gehirn-Streich. Ich weiß, ich bin sicher. Egal was ist, wenn ich meiner Intuition folge, kann nichts passieren. Mir ist klar, dass ich nicht sterben muss, also noch nicht jetzt. Das brachte mir Gelassenheit und Glück.

Das Jahr 2017 war ein krasses für mich und jetzt neigt es sich dem Ende zu. Ich blicke mit einer tiefen Zuversicht auf 2018 und wünsche euch allen, meinen lieben Freundinnen und Freunden, Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, Schwestern, Mama und Familie, lieben Menschen, die ich auf meinem Weg kennengelernt habe, ein

wundervolles Weihnachtsfest und viel Glück fürs neue Jahr!

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4 Kommentare zu „Es kann nichts passieren

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